Do
29
Dez
2011
Adam in der englischen Zeitung "The Times"
Die englische Zeitung "The Times" hat vor Kurzem ein interessantes Gespräch mit Adam geführt und darüber einen Artikel in ihrer Sonntagsausgabe veröffentlicht.
In dem Gespräch ging es um Adams neues Album "Trespassing", aber auch um seinen Auftritt bei den EMA's und eine mögliche erneute Zusammenarbeit mit der Gruppe Queen.
Lest hier, was Adam über seine weiteren Pläne verraten hat.
Die Schuhe von Freddie Mercury auszufüllen, muss in der Rockmusik die am meisten beängstigende Situation sein. Frontmann bei einem Auftritt von Queen zu sein, im Fernsehen und im Internet von einem Millionenpublikum gesehen zu werden und davon nur eine Woche vorher gewusst zu haben, ist sicherlich eine Herausforderung, die nur wenige angesehene Sänger angenommen hätten. Trübe ihre Erinnerungen an Mercury und Queen-Fans werden Dir niemals vergeben, versuche den auffallenden Frontmann zu übertreffen und Du wirst daran scheitern.
Bei den European Music Awards im letzten Monat in Belfast hat der frühere American Idol Teilnehmer Adam Lambert diese Herausforderung nicht nur angenommen, sondern einen so perfekten Auftritt hingelegt, dass bereits Pläne für weitere Shows in Planung sind. Beide, Roger Taylor und Brian May, haben schon oft ihre Liebe zu Lambert bekundet. Taylor beschrieb ihn neulich als einen phänomenalen Künstler mit einem unerreichten Stimmumfang. May hat den Kalifornier inzwischen mit Freddie Mercury verglichen, nachdem Queen Lambert als Backgroundband bei seinem Auftritt im American Idol Finale 2009 unterstützt haben, wo er „We are the champions“ mit einer Stimme gesungen hat, die den Geist von Freddie wieder heraufbeschworen hat.
„Nach Idol haben wir darüber gesprochen nochmals zusammen aufzutreten“, sagt Lambert, der im nächsten Monat 30 wird, der zweiter im Talentwettbewerb wurde und mehr als eine Million Kopien seines Debutalbums „For your entertainment“ verkauft hat. „Jedes Mal, wenn ich Brian gesehen habe, kam das gleiche Gesprächsthema auf. Eine Woche vor den EMA’s hat er angerufen und berichtet, dass Queen eine Auszeichnung erhalten würden und gefragt, ob ich mit ihnen singen würde. Ob ich ängstlich war? Aber natürlich! Freddie’s Schuhe sind verdammt groß.“
Eigentlich sollten Schuhe die kleinsten Sorgen für Lambert sein. Für den Auftritt wählte er ein Paar eingetragene Rick Owens Stiefel mit Keilabsatz. Kombiniert mit seiner Größe von 1,85 m und seiner hohen Haartolle überragte er May, als das Paar den Laufsteg langschritt und Rücken an Rücken posierte. Aber es waren nicht Lambert’s Schuhe, die die Show gestohlen haben. Oder sein schwarzes Batman-ausser-Dienst-Outfit. Oder, dem Himmel sei Dank, irgendwelche Versuche die Bewegungen von Mercury zu imitieren. Vom Anfang des Eröffnungssongs „The show must go on“ an hatte Lambert die Zuschauer in der Arena auf ihren Beinen, wegen seines Selbstvertrauens und einer Stimme, die sogar May zu verblüffen schien. Er konnte nicht aufhören zu grinsen, so als ob er erleichtert war, dass die 20-jährige Suche für einen angemessenen Nachfolger für Freddie endlich beendet war.
Lambert teilt nicht nur Mercury’s gewaltigen Stimmumfang, sondern auch seine theatralische Darbietung , die teilweise davon kommt, dass er mit der Musik von Queen aufgewachsen ist – er hat „Bohemian Rhapsody“ bei seinem Idol Vorsingen vorgetragen – und teilweise davon, dass er ein Jahrzehnt damit verbracht hat, in Musicals mitzuspielen.
Dass Lambert bei den EMA’s sogar Lady Gaga und ihre mit kostspieligen Requisiten ausgestattete Kulisse in den Schatten gestellt hat, war besonders deshalb beeindruckend, weil die meisten der Zuschauer keine Ahnung hatten, wer er war. Auf dieser Seite des Atlantiks hatte Lambert noch keinen Hit und sein Auftritt wurde an dem Abend nicht angesagt. Als der Auftritt mit einem „Arme-in-die-Luft und mitklatschen“ der Massen zu „We will rock you“ endete, konnte man erstaunte Stimmen hören, die fragten, wer er sei.
Die Verbindung zu Queen sollte Lambert helfen, den Durchbruch in England mit seinem zweiten Album „Trespassing“, das im März herauskommt, zu schaffen, aber sie kann sich auch als Problem erweisen. Queen sind angeblich stark interessiert bald mit dem Sänger zu touren und wenn er einwilligen würde, dann würde Lambert Millionen verdienen. Erstmal, darauf besteht er, will er sehen, wie „Trespassing“ ankommt.
„Brian und Roger verstehen, dass ich meine Musik habe und meine eigene Karriere vorantreiben will und sie unterstützen mich dabei“, sagt Lambert diplomatisch. „Aber wir werden definitiv wieder miteinander auftreten. Freddie’s Platz zu übernehmen fühlt sich für mich selbstverständlich an. Ich verehre die Musik von Queen und in beidem, als Showman und Sänger, ist Freddie eines meiner Idole. Ich bin mit ihm auch dadurch verbunden, dass ich schwul bin. Es ist keine einfache Sache, ein schwuler Mann in der Mainstream Musik zu sein. In Europa kümmert es niemanden, aber in den Vereinigten Staaten ist es immer noch eine große Sache. Ich musste zuhause eine Menge an Hürden überwinden und eine Menge Hass ertragen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich für Freddie angefühlt haben muss, als Frontmann der weltgrößten Rockband, weit zurück in den 70ern, mit der Angst, wie die Leute ihn behandeln würden, wenn sie es herausfinden würden.“
Man kann durchaus sagen, dass Lambert‘s Karriere gelitten hat. Als er sich während American Idol outete, gab es einen Skandal. Sein Bekenntnis hat ihn fast mit Sicherheit den Titel gekostet – schaut Euch den Auftritt mit Queen im Finale an und seht, wie er den Gewinner, einen süßen, aber Boyband-langweiligen Kerl namens Kris Allen, demoliert hat. Als Lambert während der American Music Awards 2009 seinen männlichen Bassisten auf der Bühne geküsst hat, gab es eine Medienkampagne gegen ihn, die dazu führte, dass er von dem Sender ABC verbannt wurde, nachdem dort 1.500 telefonische Beschwerden eingegangen waren.
Lambert’s sexuelle Orientierung hat hingegen eine Reihe beeindruckender Songschreiber nicht davon abgehalten, mit ihm zusammen zu arbeiten. „For your entertainment“ beinhaltet Lieder, die von Muse, Lady Gaga und Sam Sparro geschrieben wurden und bizarrerweise von Justin Hawkins von The Darkness. Warum nicht eine Reihe von Singles, besonders das Grammy-nominierte „Whataya want from me“ in England ein Hit geworden ist, ist schwer zu ergründen, nicht zuletzt, weil Lambert der geborene Nachfolger für Robbie Williams sein könnte.
Während sein Debut in nur sechs Wochen zusammengestellt wurde, durfte Lambert sich für „Trespassing“ Zeit lassen. Nach fast einem Jahr auf Tour mietete er ein Haus in L. A., sah Familie und Freunde und, am entscheidendsten, er verliebte sich.
„Als die Tour zu Ende war, war ich erschöpft und ein bißchen niedergeschlagen“, gibt er zu. „Ich war definitiv an einem dunklen Ort, als ich angefangen habe, zu schreiben. Meine Lieder waren verdrossen, düster und ängstlich. Ich habe mich entschieden ein ehrliches, einfaches, auf das Wesentliche reduziertes Album zu machen. Dann habe ich Gott sei Dank meinen Freund getroffen. Ich war so glücklich, ich habe angefangen fröhliche Lieder, Party Musik, zu schreiben.“
Die Hälfte von „Trespassing“ wurde mitgeschrieben von Bonnie McKee, der Frau die verantwortlich ist für Katy Perry’s „California Gurls“ und „Teenage Dream“. Zwei Lieder – inklusive des clubbigen Album-Titelliedes, das seine Basslinie von „Another one bites the dust“ leiht – wurden in Miami aufgenommen, mit Pharrell Williams als Produzenten. „Lustigerweise hat Pharrell mich Monate vor dem Auftritt mit Queen schon Freddie genannt“, sagt Lambert. „Er sagte mir, ich solle mit meiner Dance-Music in Richtung Freddie gehen. Freddie und die verrückte Michael-Jackson-Ära, das ist die Mischung, die wir beabsichtigen.“
Funk im Jackson-Stil ist einer der wesentlichen Bestandteile von „Trespassing“, nicht zuletzt ein verführerischer Song, der „Shady“ heisst und auf dem Chic’s Nile Rodgers auftritt und Bass spielt. Lambert hat den Gitarristen via Twitter kontaktiert und seine über eine Million Follower sahen, wie die beiden schon Tage bevor sie sich in New York trafen miteinander tweeteten . Rodgers tweetete später, dass „die Arbeit mit Adam Lambert eine der perfektesten Jams seit Bowie war.“
Anderswo auf „Trespassing“ gibt es pumpenden 80er Rock, 90er Euro Disco und Electro, zusammen mit ein paar gefühlvollen Mid-tempo Nummern, einschließlich der ersten Single „Better than I know myself.“ Das entscheidende Kennzeichen bei jedem Lied ist jedoch Lambert’s erstaunliche Stimme. Viel mehr als beim unpersönlichen Electropop von, sagen wir Lady Gaga, ist Lambert’s Dance Music von seinem theatralischen, vielseitigen Gesang abhängig.
Aufgewachsen in San Diego mit der 70er Jahre Plattensammlung seines DJ-Vaters Eber, schloss Lambert sich mit 8 Jahren einer Theatergruppe an und spielte in professionellen Musicals seit er 10 war. Er schrieb sich bei der Universität ein, um Musicaltheater zu studieren, hielt es dort aber nur 5 Wochen aus – „Ich bin keine Klassenraum-Person“, sagt er.
In seinen frühen 20er Jahren , als er bereits öffentlich schwul war, verbrachte Lambert sechs Monate in Deutschland und spielte dort in „Hair“, eine Erfahrung, die, so behauptet er, sein Leben verändert hat. „Weit entfernt von den Staaten in einem fortschrittlichen Land zu sein, jede Nacht auf der Bühne nackt zu sein, hat mich sehr geöffnet“, sagt er. „Ich fühlte mich befreit und habe meine Identität gefunden. Es war ein großer Wendepunkt für mich.“
Allerdings gab es auch Tiefpunkte. Er bekam eine Rolle neben Val Kilmer in „Die 10 Gebote – Das Musical“. Während sein Auftritt als Joshua, Anführer der hebräischen Armee, von den Kritikern gelobt wurde, ging die Show unter.
Nach zwei Jahren auf einer internationalen Tour mit „Wicked“ entschied sich Lambert dafür, das Theater zu verlassen und Musik zu machen. Er war kurz Frontmann einer Garage Band, sang auf Veranstaltungen und arbeitete mit Produzenten, die zurückkamen und ihn verklagten, als er berühmt war.
Frustriert vom Mangel an Erfolg und nach zwei Jahren reiflicher Überlegung, sang Lambert bei American Idol vor. „Ich war ein Fan der Show und wollte dabei sein, aber ich weiss, dass es nicht cool ist“, sagt er. „Man hat immer ein Stigma, wenn man von einer Fernseh-Talentshow kommt, aber ich tat, was ich zu tun hatte, um mich bekannt zu machen. Ich meine, ich war ein 27-jähriger weisser schwuler Junge, der Makeup und Absätze getragen hat. Kein Major Label hätte mich angefasst. Die Tatsache ist – 30 Millionen Zuschauer sehen Idol jede Woche – man kann keine bessere Werbung als das kaufen.“
Früher in diesem Jahr hat Lambert Simon Fuller’s 19 Management Stall verlassen und stattdessen bei dem Team hinter Katy Perry unterschrieben. Während er behauptet, dass er etwas von seinem seltsamen Verhalten nach Idol bedauert, bezweifelt man, dass er es auch so gemeint hat. „Wenn man sachlich zurückblickt“, so sagt er, „auf ein amerikanisches Publikum, das mich aus einer Fernsehshow kannte, dann waren einige meiner ersten musikalischen Bewegungen vielleicht ein wenig über-sexualisiert. Aber ich war nur ich selbst, ich kann das nicht wirklich bedauern.“
Was die Schuhe - und die Haare - angeht, sie werden noch höher werden.
„Ich habe gerade ein Paar leuchtend blaue Creepers gekauft, die mich unglaublich groß machen“, lacht Lambert. „Freddie hätte das für gut befunden. Kein Mann würde ein paar extra Inches ablehnen.“
Kommentare: 4
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#1
Wow, ein toller Artikel !
Adam ist würde ich behaupten mindestens so ein großartiger Künstler wie Freddy mercure es war.
Sein Auftritt bei den Emas war der Hammer und für mich persönlich das hilight des abends.
Ich habe die ganze zeit nur darauf gewartet das Adam endlich die Bühne entert.
Zwar fand ich es schade das er erst ganz zu letzt dran kam, aber wie sagt man so schön, das beste kommt zum schluss.
Und in dem fall hat das absolut gestimmt. -
#2
Endlich mal wieder ein interessanter,informationsreicher Artikel über Adam.
Freu mich schon ihn in den leuchtend-blauen Creepers zu sehen XD -
#3
Wow,ich bin geflasht.Der Artikel ist Balsam für die Seele.;)Ich bin auch der Meinung,dass Adam was von Mercury hat.:)Fand den Auftritt mit Queen auch wahnsinnig gut und ich wüßte auch nicht,welcher Künstler Adam toppen könnte.Ich liebe Adam´s whole package und hoffe,dass noch viele Menschen zu Glamberts mutieren *lach*
Go Adam!!! -
#4
Der Link zur Times funktioniert leider nich :(



