Mi
25
Jan
2012
Reality Rocks mit Lindsey Parker - Interview - Teil 1
Wir haben euch das Interview versprochen, hier kriegt ihr es!
Dies ist der erste Teil von Lindsey Parker's "Reality Rocks" Interview mit Adam.
Lindsey ließ Adam unter anderem ein wenig über die Entwicklung des neuen Albums und ein paar Hintergründe der neuen Songs erzählen.
Lindsey:
Sooo, das ist ein erfreulicher Anlass, ich bin aufgeregt und wette, Du bist noch viel aufgeregter, denn Du hast ein zweites Album, das nach zwei Jahren, zwei Monaten, drei Stunden endlich
erscheint! Heute ist tatsächlich der 23.!
Adam:
Jaa, ich bin so bereit dafür. Ich hatte viel Zeit, um an diesem Album zu arbeiten. Die Zeit, die ich auch brauchte und die Fans können Dir davon erzählen ... wir hatten einen
Veröffentlichungstermin genannt, dann den nächsten ... aber es war vorher einfach nicht richtig fertig. Ich denke, das Wichtigste ist, dass es ein großartiges Album ist, in sich geschlossen. Und
nicht nur ein oder zwei Singles, sondern ein komplettes Erlebnis.
Lindsey:
Der Unterschied zu den meisten Künstlern ist bei Dir wohl, dass sie eine Ewigkeit Zeit haben, um ihr erstes Album zu machen und dann nach sechs Monaten das zweite Album erscheint, aber wenn man von einer Show wie „American Idol“ kommt, dann ist es irgendwie das Gegenteil.
Adam:
Ich denke, es ist genau andersrum bei mir. Ja, das erste Album war ja wie ein „Crap-Shoot“, eine Art Ratespiel: „Ich denke, ich bin dieser Künstler und ich denke, so sind meine Fans und ich
denke, dass ich das so tun sollte...“ Glücklicherweise sind einige wirklich großartige Songs auf dem Album und es ist gut geworden, aber es ging alles schnell. Das Album wurde in eineinhalb
Monaten aufgenommen, als ich gleichzeitig auf Tour war und meine Stimme schon strapaziert war. Man konnte die Songs auch nicht wirklich testen und Leuten vorspielen. Bei diesem Album konnte ich
vorher Freunden Ausschnitte vorspielen, in ganz verschiedenen Situationen. Zum Beispiel habe ich zu Halloween mit Freunden einen Partybus gemietet und dort einige der Dance-Songs gespielt, um zu
sehen, wie sie reagieren.
Lindsey:
Haben alle im Bus getanzt?
Adam:
Oh ja, es war wie eine Explosion, eine Funk-Explosion, es war wirklich heiß und einfach großartig! Ich denke, das jetzige Album ist genug getestet worden. Ich habe ungefähr 40 bis 50 Songs im
Laufe des letzten Jahres kreiert und es hat einfach gebraucht, bis ich bei den zwölf Songs für das Album war.
Lindsey:
Würdest Du sagen, Du hast jetzt Deine eigene Stimme gefunden? Das erste Album war ja schon ein bisschen übertrieben.
Adam:
Ja, das erste Album war wirklich eine Art Ratespiel und ging in viele verschiedene Richtungen. Ich denke, das jetzige Album ist wirklich in sich geschlossener und kommt von einem emotionalerem
Ort. Das Erste war sehr auf Show gemacht, theatralisch und übertrieben. Es war ein bisschen so, dass ich in diese „Rockstar-Fantasie“, die ich immer schon hatte, flüchten konnte, wie in einem
großen Verkleidungsspiel. Ich denke, dieses Album jetzt kommt mehr von meinem Inneren. Ich hab überlegt: „Über was will ich in meiner Musik reden? Was möchte ich in einer ganz persönlichen Sicht
ausdrücken?“ Es ging nicht darum, dass ich überlege, was die Leute vielleicht hören wollen.
Lindsey:
Wie der Titel „Trespassing“ auch.
Adam:
Ja, genau. Es ging darum, den Schleier zu heben, die strahlende, aber auch die dunkle Seite von mir zu zeigen, denn damit kämpft jeder, denke ich. Die helle Seite ist wirklich sehr spaßig, funky
und zum Tanzen und die dunklere Seite ist einfach launischer, düsterer und auch trauriger. Ja, auch Traurigkeit ist dabei.
Lindsey:
Viele Leute stürzen sich ja auf Dein Leben, Paparazzi, Blogger, Leute auf Twitter und manchmal gerätst Du ja auch richtig unter Beschuss. Hattest Du keine Angst, jetzt Persönliches wie zum Beispiel eine Beziehung oder eigene, tiefe Gefühle in Deine Songtexte einfließen zu lassen?
Adam:
Ich denke, ich bin jetzt bereit dafür. Natürlich dauert es, bis man sich an diese Position, in der man auf einmal ist, gewöhnt, denn die wirkliche Realität ist manchmal gar nicht mehr in der
eigenen Welt dabei. Ich habe „American Idol“ gemacht, hatte gleich eine erste und erfolgreiche Single, bin sechs Monate durch die ganze Welt getourt.. Ich weiß jetzt, wer ich als Künstler bin,
aber auch als Mensch. Ich kam zu „American Idol“ als ich 27 war und hatte vorher lange nach einer eigenen Identität gesucht, sie dann gefunden und gewusst, wer ich bin und die ganze Show und die
Öffentlichkeit haben quasi alles erstmal wieder durcheinander gebracht und ich brauchte ein wenig Zeit, um das wieder für mich zusammenzubringen. Das eine Jahr, in dem ich jetzt Musik kreieren
und ein bisschen ein „normales Leben“ leben durfte, haben die Musik auch inspiriert. Ich konnte Weggehen, in Clubs, aber auch mal den Abend verliebt Zuhause verbringen.
Lindsey:
Beeinflusst Deine Beziehung die Liebessongs?
Adam:
Definitiv, ja, vor allem auch in den zwei Jahre vor dieser Beziehung habe ich oft versucht Liebe zu finden, was nicht funktionierte.
Lindsey:
Es muss schwer sein, wenn man in der Öffentlichkeit steht Liebe zu finden, denn natürlich möchten Dich vielleicht viele Leute daten, aber man kennt ja nie ihre wahren Motive, wenn man eben doch
ein Prominenter ist.
Adam:
Ja, da war natürlich auch ein bisschen davon dabei und auch in der Zeit vor „American Idol“ war es oft schwer. Ich war lange so, dass ich jemanden getroffen habe und das Gefühl hatte, ihm helfen zu müssen, weil er viele Möglichkeiten und Potential hatte.
Lindsey:
Ja, ich denke, das können wir alle nachvollziehen.
Adam:
Ja, ich glaube, das war für lange Zeit mein Fluch.
Lindsey:
Du hast erwähnt, dass Du 27 warst, als Du zu „American Idol“ gegangen bist. Du hast jetzt bald einen großen Geburtstag vor Dir!
Adam:
Ja, ich werde 30.
Lindsey:
Wie fühlst Du Dich, wenn Du daran denkst?
Adam:
Einerseits sagt ein Teil von mir „30, wohaa, das klingt verrückt!“ aber ich fühle auch, dass Veränderungen kommen. Ich fühle mich viel beständiger jetzt.
Lindsey:
Ändert sich etwas an Deiner Herangehensweise zur Musik, wo Du jetzt so einen anderen Altersabschnitt beginnst? Auch was Deine Prioriäten im Leben betrifft?
Adam:
Ja, wie Du schon sagtest, auch meine eigene Stimme zu finden und was alles passierte ... Ich schaue heute zurück auf „American Idol“ und die lustige Sache ist, dass ich damals so viele
verschiedene Songs und Musikrichtungen gesungen habe und ich denke, der rockige, übertriebene Teil von mir, den ich bei „American Idol“ auch gezeigt habe, kam in meinem letzten Album zum
Vorschein. Mit diesem Album jetzt kommen anderen Dinge – Funk, Dance, Disco, mehr Soul. „Mad World“ war ein New-Wave-Song, auch so etwas kommt jetzt auf dem Album ...
Lindsey:
.. was mich glücklich macht!
Adam:
Ja, auch Einflüsse aus den 90ern oder meiner Kindheit sind dabei. Alles, was ich geliebt habe, als ich aufgewachsen bin. Auch Pop-Dance-Musik, dorthin gehe ich zurück. Ich denke auch, dass ich
die schwulen Menschen in diesem Album mehr miteinbeziehe, mehr als beim letzten Album, und erzähle, wo ich herkomme.
Lindsey:
Hattest Du vorher gezögert, das zu tun?
Adam:
Ich hatte nicht gezögert, nein, ich hatte es nur nicht wirklich im Kopf. Ich kam von „American Idol“ und hatte diese Rockstar-Idee, sah die Fans, denen ich geben wollte, von dem ich dachte, dass
sie es haben wollen und es hat funktioniert. Aber dieses Mal dachte ich, ich möchte das tun, was ICH machen will.
Lindsey:
Offensichtlich konntest Du damals während der Show ja nicht wirklich offen über Deine Sexualität reden und dann hast Du jemanden öffentlich bei einem Auftritt geküsst.
Adam:
Ich denke, das alles war etwas, wo ich etwas beweisen und zeigen wollte. Ich denke, ich hatte einfach etwas zu sagen, was größer war als nur Musik. Jetzt bin ich wieder bei „Lasst uns ein paar
tolle Songs machen“, das Thema ist durch. Es ist Teil von mir und Teil von dem, was ich bin, aber ich denke, ich habe jetzt ein großartiges Album gemacht und hoffe, dass es die Leute auch
mögen.
Lindsey:
Ich mag, was ich bisher gehört habe, auch wenn ich noch nicht alles gehört habe.
Adam:
Was hast Du gehört?
Lindsey:
Ich habe gehört ... Lass uns doch über die Songs sprechen! Ich habe „Cuckoo“ gehört, was wie „If I Had You“ auf Steroiden klingt.
Adam:
Viel funkiger, ja, viel cooler!
Lindsey:
Erzähl mir von dem Song. Ich denke, das wird ein richtiger Dancefloor-Hit.
Adam:
Ja, ich hoffe es. Ich hab den Song mit Bonny McKee geschrieben und es geht eigentlich darum, wie verrückt ich bin. Ich weiß, dass ich ein bisschen verrückt bin, was ich auch auf meiner letzten
Tour gemerkt habe, mit dem wenigen Schlaf, den Konzerten jeden Abend ... jeder, der schon mal auf Tour war weiß, von was ich spreche und darüber habe ich geschrieben. Ich hatte das Gefühl, ich
hab ein bisschen einen Riss im Kopf und drehe ab, aber ich denke, wenn man ein bisschen verrückt ist, dann kümmert man sich nicht mehr so viel um das, was andere vielleicht sagen und ich finde es
eigentlich cool ein bisschen verrückt zu sein.
Lindsey:
War das also ein bisschen die Weiterführung von „If I Had You“? Ich hatte das Gefühl, dass das so der größte Dance-Song auf dem Album war?
Adam:
Ich denke schon, dass ich ein paar Songs des letzten Albums in diese Sammlung hineinziehen hätte können, aber ich denke nicht, dass „If I Had You“ wirklich DER Song war. Ich habe viel Daft-Punk und Justice gehört, auch französische Elektrosachen, bei denen Rock'n'Roll in einer anderen Art miteinbezogen wird und wollte diese Energie miteinbringen, aber auch so einen funkigen Groove. „If I Had You“ ist nicht funky, sondern schon sehr auf den Beat, es ist ein großartiger Song, auf jeden Fall, aber schon sehr Pop. Dieser Song jetzt hat einen funkigeren Swing, so ein bisschen einen 70er und 90er Jahre Groove. Danach haben wir dieses Mal geschaut und dann vor allem auch der Chorus, bei dem man denkt, man ist mit Durchgeknallten zusammen ist, so ein 80er Jahre Metal-Ding, das hin und her geht und einfach beweist „Ich bin verrückt!“
Lindsey:
Cuckoo!
Adam:
Jaaa, Cuckoo!
Lindsey:
Gibt es Remixe?
Adam:
Ich hoffe doch, ja.
Lindsey:
Wo wir von Funk reden, ein anderer Song, den ich liebe, ist „Trespassing“, den viele mit Queen und „Another One Bites The Dust“, „We Will Rock You“ verbinden und Du ja auch erst kürzlich wieder
mit ihnen auf der Bühne warst ..
Adam:
.. Ja, das war cool!
Lindsey:
Es war wunderbar!
Adam:
Ich konnte gar nicht glauben, dass sie mich gefragt hatten. Ich dachte nur „Wirklich?!“
Lindsey:
Wie schnell ging das?
Adam:
Sie wollten den Auftritt ja als eine Art Überraschung machen und ich bin eigentlich immer so, dass ich alles erzählen will, wusste dann aber auch gleich „Okay, gut, ich kann darüber jetzt nichts
twittern“ und mein Manager fragte mich „Wäre das etwas, was Du gerne machen würdest?“ und ich meinte nur „Meinst Du das ernst? Natürlich will ich!!“. Ich glaube, es könnte noch ein paar mehr
Dinge mit Queen geben dieses Jahr, also ,.. bleibt dran und wartet ab!
Lindsey:
Wie wäre es mit „Trespassing“ mit Queen zusammen?
Adam:
Ich denke nicht, dass sie andere Musik als ihre eigene spielen möchten ..
Lindsey:
.. das wäre einer meiner Träume!
Adam:
Meiner auch, aber ich denke, ich sollte sie respektieren und ich fühle mich schon sehr geehrt, wenn ich ihre Musik mit ihnen singen darf.
Lindsey:
Kannst Du mir da noch mehr sagen?
Adam:
Nein, ich darf nichts erzählen.
Lindsey:
Okay, zurück zu Deiner eigenen Musik!
Adam:
Ja, „Trespassing“, ich denke, es ist eine Art Hymne, es soll die Leute inspirieren, Risiken einzugehen und ihnen zeigen, dass sie die sein sollen, die sie sind. Das Thema kommt oft vor, ja, aber
das repräsentiere ich auch und letztlich sagt der Song einfach „Du sagst, ich bin ein Außenseiter und ich sage „Fu** You!“ und mache das, was ich machen will und wie ich es machen will“
Lindsey:
Dann hast Du auch mit Pharrell gearbeitet.
Adam:
Ja, als man mir sagte, ich würde in Miami mit Pharrell im Studio arbeiten dachte ich „Ich bin nicht cool genug, er ist viel zu cool für mich!“ Ich war total verschüchtert und nervös als ich zu ihm ins Studio kam, aber er ist wirklich cool. Nicht zu cool, sondern ganz auf dem Boden geblieben und wirklich intelligent und ein großartiger Musiker. Wir haben uns dann unterhalten, über Musik, und so kam dann auch der Song, wo ich eben im Moment in der Musikindustrie stehe, welche Erfahrungen ich in den letzten Jahren gemacht habe .. Wir haben auch ein bisschen über „Burning Man“ geredet.
Lindsey: War er dort?
Adam:
Nein, aber er weiß, was es ist.
Lindsey:
Vielleicht könnt ihr ja mal zusammen hingehen.
Adam:
Vielleicht. Aber, ja, ich denke, der Song sagt das, was ich auch schon vorher im Kopf hatte. Ich bin mit dem Album irgendwie ein Stück zu den Sachen zurück, die ich schon vor Jahren im Kopf
hatte. Also wo ich emotional, musikalisch, gedanklich schon einmal war bevor das alles mit meiner Karriere richtig begonnen hat. Zurück dahin, wo ich ohne Druck von außen und alldem inspiriert
wurde, zurück zu dem, was mich dazu gebracht hat, die Musik zu lieben.
Lindsey:
Ich höre auch viel Freude in diesem Song.
Adam:
Ja, es ist Funk und macht Spaß und ich kann's kaum erwarten, diesen Song live zu performen.
Lindsey:
Das wollte ich gerade sagen.
Adam:
Ja, ich denke auch schon wirklich über Choreographien nach, ich will mich zu dem Song wirklich auch bewegen oder ein Video machen!
Lindsey:
Video? Also wird der Song eine Single?
Adam:
Vielleicht, könnte sein.
Lindsey:
Sollte sein! Du hast auch einen anderen Song mit Pharrell gemacht, „Kickin' In“. Ich hab ihn noch nicht gehört, erzähl mir davon.
Adam:
Der Song ist fantastisch, wirklich beeindruckend und ich glaube, die Leute werden sagen „DAS ist Adam?“. Aber, ja, es war sehr inspirierend und wir merkten dann, dass es wirklich sehr Michael
Jackson oder auch Prince ist, sehr 80er Jahre Funk und 90er Jahre House. Es geht darum, dass ich erzähle, kommentiere, über ein heißes Mädchen in einer Bar.
Lindsey:
Oh das wird in vielen Strip-Clubs gespielt, glaube ich!
Adam:
Ja, ich habe den Song einigen schwulen Freunden vorgespielt und ja, sie waren alle ganz „Oh yeah, das ist über unsere Freundin“.
Quelle: Reality Rocks - Lindsey Parker
Vielen lieben Dank an Lisa, die sich diesmal die Mühe mit der Übersetzung gemacht hat.
Kommentare: 1
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#1
hammergeiles Interview !
Von mir auch lieben dank an Lisa das du dir die mühe mit dem übersetzen gemacht hast.
Das muss bei so einem großen Interview bestimmt sehr lange gedauert haben.
respekt !



