Adam Lambert’s “The Original High” – Song für Song

Lyndsey Parker von Yahoo Music! wird wohl im Moment von so manchem beneidet, denn sie hatte das Glück “The Original High” bereits vor der Veröffentlichung komplett hören zu können. In ihrer typischen Art hat sie ihre Eindrücke Song für Song aufgeschrieben.

Ghost Town

Wenn ihr ein Radio besitzt, habt ihr es bis jetzt wahrscheinlich schon gehört. Wenn nicht, geht bitte los und kauft euch ein Radio. Dann geht auf den Sendersuchlauf und bereitet euch darauf vor, diesen heißen Track zwischen jetzt und September immer und immer wieder zu hören. Der Max Martin-produzierte Kandidat auf den Song des Sommers 2015 ist nicht nur eine ideale Einführung zu Adam’s neuem Sound: er ist ein wahrer Pop-“Geschmacksneutralisierer”. “Ghost Town”s unerwarteter und inspirierter Mix von Spaghetti-Western Pfeifen, widerhallendem Gesang, akustischen Gitarren und rockenden Beats, klingt wie nichts anderes im Radio im Moment.

The Original High

Nach einem trällernden Soft-Rock Intro, das an Hall & Oates-zerstörte Europopper wie Phoenix und Zoot Woman erinnert, explodiert diese Ode an Hollywood zu glorreichem (Nacht)Leben, baut sich von dort weiter auf und erreicht seinen Höhepunkt in einem immer stärker werdenden stratospherischen Falsetto. Hier gibt es schmerzerfüllte Nostalgie als Lambert über seine alten MySpace-verzeichneten durchzechten Nächte singt (“Just make me feel the rush like the first time”), aber das Ergebnis am Ende ist trotzdem pure Euphorie. Dieser Ausgeh-Hymne ist ein Platz auf den vielen Samstagabend-Playlisten sicher.

Another Lonely Night

Das musikalische Bett dieses munteren Tracks wirkt irreführend unbekümmert, voll mit Sharks-vs.-Jets Fingerschnippen und durchdringenden Synth Beats. Aber hört euch nur den Herzschmerz-Songtext an, der die verwüstete Geisterstadt (Ghost Town) in Lambert’s Kopf wieder aufzugreifen scheint. “All I got is your ghost” (Alles was mir bleibt ist dein Geist), klagt er. Mit einem perfekten Mix von fröhlich/traurig und süß/sauer ist dies der Track zum Herunterkommen, nachdem man Track #2’s “Original High” erlebt hat. Reihenfolgen bedeuten etwas, Leute! Drückt bei diesem Album nicht auf Shuffle.

Underground

Diese sexy, brütende R&B Powerballade würde auch auf dem neuen Album von Nick Jonas nicht fehl am Platz wirken. Außer, natürlich … keine Geringschätzung dem jüngsten JoBro gegenüber oder so, aber niemand singt wie Adam Lambert. Das ist auf einem anderen Level.

There I Said It

Dieser “vollkommen erwachsene Mann” nutzt seine Theater-Erfahrung in dieser simplen, klagenden Ballade. Fans von “Whataya Want From Me” oder “Better Than I Know Myself” werden diesen Song schätzen. Und, ja, es ist ein weiterer Trennungssong. Es gibt viel Schmerz auf diesem Album, aber es tut so gut.

Rumours

Diese gefühlvolle, atmosphärische Kollaboration mit der aktuellen Pop-Provokateurin Tove Lo hat eine majestätische Britpop Qualität, gepresst durch einen Hip Hop Filter. Stellt euch “Doves” gemixt von Kendrick Lamar vor. Ja, das ist es ungefähr.

Evil In The Night

Dieser Song, mit seiner Erwähnung von “Bomben über dem Broadway”, hat wahrscheinlich am meisten mit Lambert’s früheren Werken gemeinsam, besonders mit seiner unterschätzten und oft vergessenen Zusammenarbeit mit Rivers Cuomo: “Pick U Up”. Die Gitarre hat definitv das Nile Rodgers Feeling. Wenn Lambert singt “My life flashed before my eyes”, ist es fast so als würden die Hörer einen Crashkurs-Durchgang durch seine gesamte Diskografie bekommen. Alles alte ist wieder neu.

Lucy

Dies ist das erste Mal dass Lambert mit seinem Queen-Kumpanen Brian May gearbeitet hat. So ist “Lucy”, was nicht wirklich überrascht, der rockigste, gitarrenlastigste Song dieses Albums. Er ist ziemlich gewaltig und einfach nur cool, mit ein wenig “späte Periode Fall Out Boy” Gefühl. “Light ’em up”, Leute.

Things I Didn’t Say

Oh Hey, es ist ein weiterer Trennungssong. Davon ausgehend, dass diese Songs autobiografisch sind, hat Lambert definitiv alle Zitronen genommen, die ihm das Leben gegeben hat, und pinke Limonade daraus gemacht. Dieses Upbeat Pop Workout lässt Bereuen nach so viel Spaß klingen.

The Light

Holt die Glowsticks raus! Dies ist volle-Kanne-Rave-Epos, ein Burning Man Partystarter mit seinen vielen mystischen Andeutungen an die Elemente. “I am the light”, stimmt Lambert über innereienerschütternde, stotternde Witchhouse Beats an und klingt im Grunde wie eine Art Gott. Ich würde ja sagen, dass ich es nicht erwarten kann, Remixe hiervon zu hören, aber dieser Song klingt bereits wie ein Remix von einem Remix.

Heavy Fire

Die Party wird etwas langsamer mit diesem verführerischen, hypnotischen, etwas industriell-klingenden Track. Wirklich schwere Kost. Und es ist einer von “The Original High”s mehr operettenhaften Tracks, der Lambert’s irre Stimme auf mutige Art zeigt.

After Hours (Bonus Track)

Lambert hat schon immer Album-Bonustracks veröffentlicht, die eigentlich reguläre Tracks hätten sein sollen. Dieser heißblütige, Downtempo Song, ein minimalistischer Slowburner, der an The Weeknd, Sam Sparro und The XX erinnert, ist da keine Ausnahme. Kauft euch unbedingt die Deluxeversion von “The Original High”.

Shame (Bonus Track)

Lambert geht hier komplett in Richtung Pop. Katy Perry oder Lily Allen hätten diesen Song aufnehmen können und es hätte absolut Sinn gemacht. Ein knallbunter Wildgang, perfekt für das offene Cabrio und der totale Sommersound. “Shame” mag flauschiger und niedlicher sein als andere Tracks des Albums, aber Zeilen wie “I don’t mind a little pain when I’ve really earned it” legen einen dunkleren Kern hinter dem neongrellen Schwung von all dem offen.

These Boys (Bonus Track)

Dies ist der kitschigsten Song des Albums, was wahrscheinlich erklärt warum es nur ein Bonustrack ist. Er hat ein freches Scissor Sisters Feeling; er geht auf jeden Fall zum Trespassing Vibe zurück. Einige Dinge bei Adam Lambert verändern sich und einige Dinge bleiben Gott sei Dank gleich.

Quelle: yahoo.com – Adam Lambert’s ‘The Original High’: A Track-by-Track Guide (Lyndsey Parker)